Bildungspolitik

Damit die Mauer nicht in sich zusammenfällt braucht es ein Fundament!

aus dem BT vom 19.05.2015 · Kind bleibt auf der Strecke

Kinder sind benachteiligt

«Wenn die Ressourcen nicht reichen, besteht das Risiko, dass die Schülerinnen und Schüler irgendwann scheitern», sagt Alfred Steinmann, SP-Stadtrat in Biel und Heilpädagoge von Beruf. Steinmann hat sich viel mit der Thematik auseinandergesetzt. Werde ein Kind nicht gezielt gefördert, bestehe die Gefahr, dass es resigniert, dass der Lernfortschritt blockiert wird, das Kind die Lust am Unterricht verliert und irgendwann aufgibt, sagt er. Der Wechsel von den früheren Kleinklassen zum integrativen Unterricht sieht Steinmann daher im Rückblick skeptisch. «Eigentlich war die Situation früher besser.»

Schon bei der Klassenorganisation 2015/2016 wurden die Besonderen Massnahmen als Problempunkt bezeichnet. Die Direktion Bildung, Kultur und Sport (BKS) hatte beim Kanton um eine Aufstockung der zusätzlichen Lektionen um 4 Prozent gebeten, weil die Schülerzahlen in der gleichen Zeit um 20 Prozent gestiegen waren (das BT berichtete).

 

Mehr Stellen erforderlich

Der Kanton hat zwar nun 204 Lektionen zusätzlich bewilligt (50 davon befristet bis Mitte 2016). Das ist zwar eine erhebliche Verbesserung, aber offenbar noch nicht genug. Soll das Niveau der Ressourcen pro Kind von 2009 erreicht werden, wären nach Angaben der Schulverwaltung rund sieben zusätzliche Vollzeitstellen notwendig gewesen. Um den Stand des Ressourcenpools vor 2009 wieder herzustellen, wären gemäss Einschätzung der BKS sogar 16 Vollzeitstellen erforderlich.

Auch in der neuen Bildungsstrategie, die der Bieler Bildungsdirektor Cédric Némitz (PSR) im März vorgestellt hat, sind die Besonderen Massnahmen ein Thema. Némitz hat sich die Chancengleichheit in der Schule als höchstes Ziel gesetzt, steht aber vor einer schier unlösbaren Aufgabe, wenn sich die Ausgangslage nicht ändert.

Die Stadt hat schon mehrfach beim Kanton auf die besondere Situation in Biel hingewiesen. Gemäss Emanuel Amrein, Direktionssekretär BKS, werden «insbesondere die Fremdsprachigkeit - beispielsweise bei Kindern mit Schweizerpass - und die Anzahl Familien in prekären Situationen im Sozialindex nicht angemessen erfasst». Das sieht SP-Stadtrat Steinmann nicht anders. Die Chancengleichheit der Kinder sei tatsächlich gefährdet. Biel könne aus finanziellen Gründen nicht mehr machen. Der Kanton stehe in der Pflicht.

Hier der ganze Artikel:

http://www.bielertagblatt.ch/nachrichten/biel/kind-bleibt-auf-der-strecke

Meine Vorstösse

Die Bildung ist das Fundament unserer Gesellschaft!

Zukunft Bildung

aus dem Artikel der BZ "Platznot in Sonderschulen" vom 12.7.16:

«Ressourcen fehlen»

Alfred Steinmann erstaunt das nicht. «Mit der Reduktion der Anzahl Kleinklassen ist ein Auffangbecken weggefallen», sagt der SP-Stadtrat von Biel und Heilpädagoge. Die Integration von lernschwachen oder verhaltensauffälligen Schülern bedeute für die Lehrer trotz Stützunterricht eine grosse Belastung und viel zusätzlichen Aufwand.

«Kommt dann noch eine grosse Klasse dazu, stossen die Lehrer an ihre Grenzen. Entsprechend werden Kinder heute schneller ausgeschult als früher», sagt Steinmann. Dies führe dazu, dass in den Sonderschulen auch vermehrt Kinder untergebracht seien, die eigentlich in einer Kleinklasse genauso gut aufgehoben wären – etwa solche mit ADHS oder dem Asperger-Syndrom.

Berufsverband unzufrieden

Steinmann stellt die Integration aber nicht grundsätzlich infrage. «Damit die Lehrer jedoch den Kindern gerecht werden können, braucht es genügend Ressourcen.» Insbesondere in kulturell sehr heterogenen Städten wie Biel würden aber vom Kanton zu wenig Lektionen für Förderunterricht zur Verfügung stehen. Es benötige mindestens 10 Prozent mehr. So sei es zwar theoretisch möglich, neue Kleinklassen zu eröffnen. «In der Realität reicht das Geld aber nicht aus», sagt Steinmann.

Wie eine Umfrage unter Lehrern und Schulleitern zeigt, ist der Heilpädagoge mit seiner Ansicht nicht alleine. Auch der ­Berufsverband Bildung Bern spricht sich für mehr Ressourcen aus. «Das Betreuungsverhältnis stimmt heute hinten und vorne nicht», sagt Franziska Schwab, Leiterin Pädagogik.

Darunter leiden würden sowohl die integrierten Kinder als auch der Rest der Klasse. «Wir können nicht gleichzeitig jeden Schüler individuell fördern und einzelne Kinder integrieren.»

Entsprechend gebe es Kinder, die zwischen Stuhl und Bank fallen, wenn keine Kleinklasse mehr angeboten werde. Eine mögliche Lösung für das Problem wären für Schwab Lehrerteams. «So könnte man dem einzelnen Schüler eher gerecht werden. Aber das kostet jedenfalls am Anfang wiederum mehr.»

Hier der ganze Artikel:

http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Platznot-in-Sonderschulen--einzelne-Kinder-haben-Zwangsferien/story/20950465

 

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